Pesterous Mind – Infinite Abyss (Review)

Review veröffentlich am 12.02.2018 – 0 Kommentare
Cover Pesterous Mind Ininite Abyss

Stil: Melodischer tiefschwarzer Death Metal

Veröffentlichungsdatum: 23.09.2017
Label: Eigenproduktion
Gesamtlänge: 54:06


„We play a modern mixture of all our favorite music styles and always try to combine different stuff“. Mit diesen Worten beschreibt sich die Band aus Hof/Berlin auf ihrem Bandcamp-Auftritt selbst. Fragt man sich da nicht unweigerlich, ob unterm Strich überhaupt noch Songs mit eigener Identität dabei herauskommen können?

Dieses Album dürfte wohl dasjenige sein, das ich 2017 am meisten gehört habe. Daher kann ich diesbezüglich Entwarnung geben und maße mir an zu behaupten, dass die Jungs hier tatsächlich etwas Eigenes aus ihren vielfältigen Einflüssen geformt haben. Und nicht nur das, die Intensität und der Detailreichtum der Songs überraschen mich noch immer bei jedem Durchlauf aufs Neue!

Schon der Opener „Sentenced to Live“ befördert dich mit Midtempo-Gestampfe und Highspeed-Geknüppel direkt zu Boden. Doch wie in jedem guten Moshpit, hilft dir auch hier sofort wieder jemand auf die Füße. Der perfekte Einstieg also, um auf den fast einstündigen Sog aus Death Metal Härte und Black Metal Melodien eingestimmt zu werden.

„Until Dawn“ startet im Anschluss daran mit einem rifflastigen und zugleich atmosphärischen Intro, nur um sich dann von einer Sekunde zur nächsten in einen lupenreinen 90er-Jahre Melodic Death Metal Kracher zu wandeln. Der Hammer!

An dieser Stelle sollte erwähnt werden, dass jedes Instrument in der hervorragenden Produktion seinen Platz findet. Obwohl sich jeder Musiker profilieren darf, bildet alles eine stimmige Einheit, in der jedes Bandmitglied an seinem Instrument glänzt. Hier kann repräsentativ die Mitte von „Until Dawn“ probegehört werden, in der in einer Verschnaufpause zunächst die Gitarristen ein muskulöses Riff mit Feedback unterlegen, sodann der Drummer gekonnt die Führung übernimmt, während sich der Frontmann schon einmal aufpumpt, um dann gemeinsam mit seiner Band alles in Grund und Boden zu stampfen.

In den nun folgenden Songs „Idiocracy“ und „Don´t Let This World Tear You Apart“ wollen wir besonderes Ohrenmerk auf den Mann am Mikrofon werfen, denn der beherrscht die komplette Palette an Gebrüll, Gegrunze, Gekeife und Gequieke. Der Wechsel zwischen den verschiedenen Stilen wirkt das ein oder andere Mal zwar etwas improvisiert, aber die variable Stimme macht brutal Spaß und passt zum abwechslungsreichen Songmaterial.

Das komplexe „Laboratory of the Devil“ wird seinem Namen gerecht und zeigt einmal mehr die Vielseitigkeit der Jungs, die anscheinend erproben wollten, was man so alles an guten Ideen in einen einzigen Song packen kann (allen voran der Drummer).

Mein persönliches Highlight folgt dann mit „Post Nubila Phoebus“. Der Song startet mit einem wunderbar ruhigen Intro, untermalt von einer unaufdringlichen und atmosphärischen Soundkulisse. Doch man ahnt durch die immer lauter werdenden Becken schon, dass man gleich wieder ordentlich was auf die Mütze bekommen wird. Was dann natürlich auch eintrifft, untermalt von einer Melodie, die sich unauslöschlich in mein Langzeitgedächtnis eingebrannt hat. Danach geht es wieder weiter mit gekonnten Tempowechseln und 90er-Jahre Melodic Death Metal Verbeugungen.

Das Instrumentalstück „Inferno“ dient dann als Intro für den brutalen Hammer „Flower of Flesh and Blood“ und spätestens jetzt kann man nicht mehr anders, als die Jungs in sein schwarzes Herz zu schließen. „Samhain“ und das Black´n Roll Intro zum Titelsong „Infinite Abyss“ zeigen dann abschließend noch einmal nachdrücklich, wie gut es die Band versteht, die unterschiedlichsten Einflüsse aus Death und Black Metal zu einem stimmigen und modernen Ganzen zu vereinen.

Es folgen noch drei Demosongs, die zuvor schon über Soundcloud veröffentlicht wurden, dem restlichen Material jedoch nicht nur in puncto Produktion hinterherhinken. Die klammere ich jetzt einfach mal aus und stelle nachdrücklich fest:

PESTEROUS MIND sind mein Newcomer des Jahres!



Band Pesterous Mind
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