Pesterous Mind – Halluci.Nation (Review)

Veröffentlich am 02.06.2019 – 0 Kommentare

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Cover Pesterous Mind HalluciNation

Stil: Moderner melodischer Death Metal
Veröffentlichungsdatum: 29.03.2019
Label: Boersma-Records
Gesamtlänge: 52:43


Während des Schreibens meiner Jahreshighlights 2018 habe ich mir vorgenommen, zukünftig mehr Death Metal zu besprechen. Da kommt mir das neue Album der Hofer Band PESTEROUS MIND gerade recht, zumal sie sich 2017 mit ihrem Debüt einen besonderen Platz in meinem Herzen erspielt haben. Nicht nur lief das Album bei mir rauf und runter, die äußerst sympathischen Franken waren auch meine Newcomer des Jahres 2017.

Zunächst einmal ist festzuhalten, dass die Querbeet-Deather dort weitergemacht haben, wo sie auf „Infinite Abyss“ aufgehört haben. Doch damit meine ich sicherlich nicht, dass „Halluci.Nation“ genau so klingen würde wie sein Vorgänger. Was aber den zuvor eingeschlagenen stilistischen Weg konsequent weiterführt, ist die irre Experimentierfreude der Jungs, die (trotzdem) Songs mit Charakter und Substanz hervorbringt.

Die Basis für den modernen Sound des Quartetts bildet ein stets melodischer Death Metal Orkan, mit Black Metal Einflüssen und variablem Gebrüll bzw. Gekeife. Neuerdings ergänzen die Franken diese Stilmittel um progressive Elemente, die manchmal beinahe schon post-rockig klingen. Gleichzeitig ist dieses Album aber auch aggressiver und schneller als sein Vorgänger, was wohl dem Thrash-Anteil zu verdanken ist. Auffällig ist nicht zuletzt die um ein Vielfaches gestiegene Anzahl Solos.

Einfallsreichtum ist eine Eigenschaft, an der es den Jungs keineswegs mangelt, auch wenn sich dies einem nicht gleich beim ersten Durchlauf aufdrängt, denn da fühlt man sich erstmal wie von einem laut donnernden Güterzug überrollt. Doch schon beim nächsten Anlauf kristallisieren sich dann Besonderheiten heraus, die beim ersten Mal unbemerkt an einem vorbeigerauscht sind. Trotz seinem stark ausgeprägten Härtegrad also ein Album für Entdecker. Ein Beispiel: an welche Serie erinnert wohl die Melodie von „Forsaken“?

Auch handwerklich haben die Jungs so einiges zu bieten. Schnell, druckvoll und verspielt ballert es an allen Fronten. Auf dem Debütalbum klang der häufige Wechsel zwischen den verschiedenen Ausdrucksarten des Sängers für mich manchmal noch etwas zu improvisiert, doch nun setzt er seine Variabilität dosierter und folglich effektiver ein.

Aber eine Sache stinkt mir dann doch. Ich kann mich verdammt nochmal nicht entscheiden, welchen Song ich denn nun am besten finde! Ist es der vielschichtige Opener „Completely Incomplete“? Eventuell der Schweden-Knaller „Rotten Soul“? Oder das alles niederwalzende „Your God Failed“? Vielleicht das ultramelodische „Forsaken“? Oder dann doch das überragende „Crying Leaves“?

Unterm Strich also nichts zu meckern. Warum auch?! Dieses großartige Album macht einfach höllisch Spaß und haut mich erneut aus den Socken!



Band Pesterous Mind
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