Midnight Force – Dunsinane (Review)

Review veröffentlich am 01.03.2018 – 0 Kommentare
Cover Midnight Force Dunsinane

Stil: Heavy Metal der ganz alten Schule
Ähnliche Bands: Amulet, Enforcer, Night Demon

Veröffentlichungsdatum: 24.02.2018
Label: Eigenproduktion
Gesamtlänge: 43:03


Leicht könnte man dem Irrtum erliegen, bei „Dunsinane“ würde es sich um ein lang vergessenes Juwel oder gut gehütetes Geheimnis aus den Anfangstagen des Heavy Metal handeln. Doch gerade weil sowohl die Songs als auch die Produktion komplett aus der Zeit gefallen scheinen, weht hier ein mehr als frischer Wind aus den Boxen.

MIDNIGHT FORCE aus Glasgow berichten auf diesem Album von einer Zeit, als sich aus der harten Schale des Hardrock der noch härtere Heavy Metal pellte. Jeder Song versprüht die Aufbruchstimmung die Ende der 70er-Jahre bzw. Anfang der 80er-Jahre geherrscht haben muss, als Bands wie JUDAS PRIEST, CIRITH UNGOL, ANGEL WITCH und natürlich IRON MAIDEN sich anschickten etwas zu erschaffen, das bis heute in voller Lautstärke nachhallt. So finden sich dann auch Stilmittel der genannten Bands in den Songs dieses Albums wieder, ohne jedoch nach einer platten Kopie zu klingen. Viel mehr werden die Besonderheiten der Vorbilder aus der NWOBHM zu etwas geformt, das zwar nicht gänzlich neu sein mag, wohl aber aufregend und speziell zugleich ist.

Das wunderbar anachronistisch produzierte Album versprüht obendrein einen typisch schottischen Charme. Dieser zeigt sich nicht nur im Dialekt des Sängers, sondern auch in gelegentlichen folkigen Einsprengseln. Dies wird vor allem im grandiosen Titeltrack deutlich, der gut und gerne mit einer Band wie SKYCLAD verglichen werden darf, ohne dass dabei zu Folk-Instrumentarium jenseits der Akustikgitarre gegriffen werden müsste.

Besondere Erwähnung sollte das Bassspiel von Brenden Crow finden, das oft an Michael Vujejia (CIRITH UNGOL) und manchmal gar an Steve Harris (IRON MAIDEN) erinnert. Doch auch der Rest der Band braucht sich keineswegs zu verstecken. Das Schlagzeugspiel ist mehr als solide, die Gitarren machen Spaß und die gelegentlich eingesetzte Hammond-Orgel ist zurückhaltend aber effektiv. Der Gesang von John Gunn hingegen ist ein Fest! An der Schwelle zur Kauzigkeit hangelt er sich durch die Tonlagen, phrasiert einzelne Worte durch spitze Schreie und erzählt enthusiastisch Geschichten, als würde er eine D&D-Runde meistern.

An diesem Album werden alle musikalischen Trüffelschweine ihre Freude haben, die immer auf der Suche nach dem einen wertvollen Fund sind, der es wert ist auf ihrem Feinschmecker-Plattenteller in Dauerrotation genossen zu werden.

Pure dead brilliant!



Band Midnight Force
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