Judas Priest – Firepower (Review)

Review veröffentlich am 14.03.2018 – 0 Kommentare
Cover Judas Priest Firepower

Stil: Heavy Metal Urväter
Ähnliche Bands: RAM, Ambush, Axxion

Veröffentlichungsdatum: 09.03.2018
Label: Epic Records
Gesamtlänge: 58:10


Als langjährigen Anhänger einer Band, gerät man bei der Frage nach der Qualität einer neuen Scheibe immer in einen inneren Zwiespalt. Versucht man sich an einer objektiven Betrachtung, oder übernimmt automatisch der Fanboy-Instinkt und man hebt nur die positiven Seiten des Albums hervor, auch wenn man tief im Inneren eigentlich weiß, dass es wieder nicht der erhoffte große Wurf geworden ist? Glücklicherweise stellt sich diese Frage bei „Firepower“ nicht!

Klammert man „Demolition“ („Jugulator“ war gar nicht so schlecht!) und das Experiment „Nostradamus“ mal aus, haben JUDAS PRIEST noch kein wirklich schwaches Album geschrieben (auch wenn ein Album wie „Turbo“ vielen Fans wohl erst später ans Herz wuchs). Doch was allen Alben seit Rob Halfords Rückkehr zur Band gemein ist, das ist dieses ärgerliche Gefühl, dass PRIEST doch eigentlich mehr können, es aber nicht schaffen, dieses Können in griffige und mitreißende Gesamtkunstwerke zu schmieden. Natürlich haben vereinzelte Songs der letzten Jahre Klassiker-Potential, aber von den Alben als Ganzes, konnte man das lange nicht mehr behaupten.

Doch den nötigen Enthusiasmus um ein Klassiker-Album aufzunehmen (sollte es denn daran gefehlt haben), scheinen die Metal-Götter jetzt wiedergefunden zu haben. Ob das nun ein Verdienst des Nicht-mehr-ganz-Neuzuganges Richie Faulkner ist, oder ob das Metal-erprobte Produzenten-Duo Andy Sneap und Tom Allom den motivierenden Ausschlag gab, ist dabei eigentlich zweitrangig. Fakt ist, dass die vielseitigen Songs auf „Firepower“ wieder durchgängig ballern und Spaß machen. Songs wie „Lightning Strike“ und „Evil Never Dies“ zeigen Nacheiferern wie RAM nachdrücklich, wer hier der wahre heiße Scheiß ist.

Aber was ist denn nun an Album Nummer 18 wirklich anders oder besser, im Vergleich zu den eher durchwachsenen Alben der letzten Jahre? Es ist das Dauergrinsen im Gesicht des Hörers! Denn der freut sich wie ein Schnitzel über den Best-of Charakter der Platte, vereint sie doch viele Stärken und Stilelemente der langen und an Highlights wahrlich nicht armen Bandkarriere. So erlebt neben dem Hard Rock der frühen Phase und dem Heavy Metal der glorreichen Ära, selbst die moderne „Jugulator“ / „Demolition“ Phase in Songs wie „Necromancer“ und „Lone Wolf“ ihre Zweitauswertung. Einen ganz klaren Anteil am Wiedererstarken der Band hat natürlich der Metal God selbst, denn der ist wieder um einiges besser bei Stimme als auf den letzten Alben.

Einen Überohrwurm wie „Breaking the Law“ oder „Living After Midnight“ findet man zwar nicht gerade auf dem Album, doch Songs wie „Never the Heroes“, „No Surrender“ und „Flame Thrower“ haben das Potential dazu, dass in einigen Jahren vielleicht jemand ein Review schreibt mit den Worten „Einen Überohrwurm wie JUDAS PRIESTs „Flame Thrower“ findet man zwar nicht gerade auf dem Album …“.

Nachdem nun nach K. K. Downing leider auch Glenn Tipton nicht mehr mit der Band unterwegs sein kann, ist deren Zukunft aktuell so ungewiss wie seit Rob Halfords Soloausflügen nicht mehr. Sollte es sich bei „Firepower“ also um JUDAS PRIESTs Schwanengesang handeln, es wäre ein mehr als würdiger Abschluss einer großartigen Geschichte.



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