Ice Sword – Dragon Magic (Review)

Review veröffentlich am 09.11.2018 – 0 Kommentare

Stil: Epischer Pagan Power Metal
Ähnliche Bands: Darkest Era, Wrathblade, Dark Forest

Veröffentlichungsdatum: 15.08.2018
Label: Eigenproduktion
Gesamtlänge: 1:06:21


Es ist immer wieder ein herrliches Gefühl, in den Weiten des Internets über eine Newcomer-Band zu stolpern, die man in Zeiten vor Bandcamp, YouTube & Co. vielleicht nie zu hören bekommen hätte, die einen mit ihrem Underground-Charme aber vom Fleck weg in totale Verzückung versetzt. Hat man dann noch das Glück, einen engagierten Händler zu finden, der einem das Album besorgt ohne Versand von sonst wo zahlen zu müssen, ist das Metaller-Herz mehr als froh über die global vernetzte Welt.

Ohne diese hätte ich die US-Amerikaner ICE SWORD vielleicht nie entdeckt und diese Power Metal Perle namens „Dragon Magic“ wohl nie in meinen vor Begeisterung zittrigen Händen halten dürfen.

Obwohl Power Metal hier nicht als allzu strenge Genrebezeichnung verstanden werden sollte, denn was da nach dem stimmungsvollen Intro aus den Boxen kracht, ist größtenteils viel zu heftig und viel zu episch für klassischen Power Metal. Da aber sowohl das Fantasy-Konzept, als auch der Einsatz einer Keytar, sowie die eingängigen Melodien mehr als gut zu diesem Genre passen, geht das schon in Ordnung.

Doch viel spannender als die Antwort auf die Frage, ob das nun Power, Black, Thrash, Epic oder vor allem Pagan Metal ist (bzw. in diesem Fall tatsächlich ein bisschen was von allem), sind die Leidenschaft und die Unbedarftheit, welche man hier von der ersten bis zur letzten Minute spüren kann. Wobei gerade der Eindruck der Unbedarftheit durchaus bewusst so gewollt sein könnte. Zu schräg sind manche Gitarren- und Keytar-Soli, zu sehr klingen die Retorten-Flöten nach billigem Dungeon Synth und zu oft fragt man sich – angesichts der abrupten Tempo- und Härtegradwechsel – ob die Jungs eigentlich noch ganz sauber sind, um das alles hundertprozentig ernst nehmen zu können. Sofern man das überhaupt möchte.

Aber muss ein Album heutzutage, selbst mit geringem Budget, so sehr nach live im Proberaum eingespieltem Demo klingen? Im Falle von ICE SWORD vermutlich sogar mit voller Absicht? Auch wenn dies bedeutet, dass sich das Schlagzeug oftmals zu sehr in den Mitten verliert und nicht gegen die Gitarren ankommt? Die Antwort könnte lauten „Muss es nicht, darf es aber gerne!“, denn der Rumpelsound auf „Dragon Magic“ stärkt dessen sympathischen Underground-Charakter nur noch umso mehr.

„Sympathisch“ trifft auch auf den erzählerischen Gesangsstil zu, der für meine Ohren sehr irisch klingt und auch einer Folkband gut zu Gesicht stehen würde. Gepaart mit den keltisch anmutenden Melodien und Rhythmen, verortet man den Stil von ICE SWORD daher auch immer wieder gerne im Pagan Metal, was dem Album, zusammen mit der erzählten Geschichte, dann auch tatsächlich zu einem roten Faden verhilft.

„Dragon Magic“ ist ganz offensichtlich schwer zu greifen und einzusortieren. Fans von Bands wie DARKEST ERA und WRATHBLADE können hier aber bedenkenlos zugreifen und werden einen wahren Schatz des unberechenbaren Undergrounds entdecken.



Band Ice Sword
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