Godslave – Reborn Again (Review)

Review veröffentlich am 20.03.2018 – 0 Kommentare
Cover Godslave Reborn Again

Stil: Scheuklappenfreier Thrash Metal
Ähnliche Bands: Onslaught, Overkill, Exodus

Veröffentlichungsdatum: 09.03.2018
Label: Green Zone Music
Gesamtlänge: 53:14


GODSLAVE haben einen besseren Menschen aus mir gemacht. Na gut, das ist jetzt vielleicht etwas übertrieben, aber zumindest haben sie mir etwas sehr Wichtiges ins Gedächtnis gerufen: Vorurteile sind nicht nur im menschlichen Miteinander fehl am Platz, sondern auch in der Musik.

Ein Zeichentrick-Musikvideo, eine Videoreihe namens „Wazzup“, ein Bandmaskottchen mit dem Namen „Horst“ und derlei mehr, haben mich nämlich ursprünglich zweifeln lassen, ob GODSLAVE mit der nötigen musikalischen Ernsthaftigkeit an die Sache herangehen. So hatte ich dann auch eigentlich schon einen großen Bogen um die Band machen wollen, klickte dann aber doch das Video zum Song „Burn You All“ an. Mit meinen Zweifeln lag ich bei den Saarländern aber sowas von daneben!

An Ernsthaftigkeit mangelt es GODSLAVE nämlich keineswegs. Neben diversen Maßnahmen um die Fans zwischen den Alben bei Laune (z.B. YouTube Videoreihen) und die Band am Leben (z.B. Crowdfunding für einen Bandbus) zu halten, gehen sie ganz offensichtlich auch mit dem nötigen musikalischen Ernst ins Studio. Wer nicht wirklich ernsthaft und mit ganzem Herzen dabei ist, der prügelt auch kein Album wie „Reborn Again“ ein. Dieses steckt nämlich voller guter Ideen, starken und abwechslungsreichen Songs und einer gehörigen Portion Enthusiasmus.

Der mit viel Energie auf „Reborn Again“ vorgetragene Thrash Metal ist völlig frei von Scheuklappen. Selbst die Genrebezeichnung „Thrash“ ist eigentlich schon zu eng gesteckt für das, was die Band (mit dem Hang zur Farbe Grün) tatsächlich spielt. In GODSLAVEs Sound steckt nämlich auch sehr viel Heavy Metal, der nicht selten an RUNNING WILD und GRAVE DIGGER erinnert. Die positive Grundstimmung der Songs hebt die Band dabei deutlich von Genre-Kollegen wie KREATOR und DESTRUCTION ab, ohne dabei deren Härte oder Tempo vermissen zu lassen.

Okay, es ist tatsächlich nicht alles grün was glänzt. Bei aller Liebe zur Freigeistigkeit, das ein oder andere Detail hätten sich die Saarländer für meinen Geschmack doch besser verkniffen. Das Banjo im ansonsten sehr klassischen „Instrumental Illness“ fühlt sich wie ein Fremdkörper an (und ich liebe Banjos!), der weibliche Gastgesang bei „No Complaint“ überzeugt mich nicht und der Einspieler vor dem Song „Born to Fight“ hat Fremdschämpotential („Willst du ihn mal anfassen, du versautes Ding?“). Aber sei’s drum.

Wer nicht stur auf die alte Schule besteht und beim ein oder anderen Scherz ein Auge zudrücken kann, der wird definitiv seinen Spaß an „Reborn Again“ haben! Übrigens auch an den eingangs erwähnten Videoreihen auf dem YouTube-Kanal der Band, die sind nämlich tatsächlich sehr unterhaltsam!



Band Godslave
Godslave auf Facebook, Bandcamp, YouTube, Metal Archives


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