Gatekeeper – East of Sun (Review)

Review veröffentlich am 18.05.2018 – 0 Kommentare
Cover Gatekeeper East of Sun

Stil: Epic Heavy Metal
Ähnliche Bands: Eternal Champion, Atlantean Kodex, DoomSword

Veröffentlichungsdatum: 27.04.2018
Label: Cruz del Sur Music
Gesamtlänge: 57:09


Folgende biografischen Daten zu GATEKEEPER sollten das Interesse jedes Epic Metal Fans wecken: ATLANTEAN KODEX sind Supporter der Band, sie haben eine Split mit ETERNAL CHAMPION aufgenommen, ihr Sänger war zuvor bei BORROWED TIME aktiv und sie sind dieses Jahr auf dem Keep It True Festival aufgetreten. Und wem das noch nicht reicht, dem sei gesagt, dass das Debütalbum der Kanadier locker mit den genannten Größen mithalten kann.

Vom Opener „Blade of Cimmeria“ (der auch für das erste Musikvideo verwendet wurde) sollte man sich nicht auf eine falsche Fährte locken lassen, könnte man doch den Eindruck gewinnen, es handle sich bei GATEKEEPER um eine klassische Heavy Metal Band mit Speed Metal Elementen. Ein toller Song, der direkt nach vorne geht, der aber eben nicht repräsentativ für das Album ist. Und doch zeigt er bereits, dass GATEKEEPER Beachtung geschenkt werden sollte. Darüber hinaus demonstriert der Song unzweifelhaft, dass die Kanadier nicht ausschließlich auf schleppende Songs setzen, wie es viele andere Vertreter des Epic Metal Genres gerne tun. Zu „North Wolves“ und „Warrior Without Fear“ kann man dann aber getrost die Streitaxt schwingen und zu barbarischen Klängen alter MANOWAR-Schule in eine glorreiche Schlacht ziehen. „Ninefold Muse“ könnte genauso gut auch von ATLANTEAN KODEX stammen. Mein persönliches Album-Highlight „Bell of Tarantia“ tritt dann wieder voll aufs Gas, ohne dadurch auch nur einen Hauch an Epik einzubüßen. Der Song ist übrigens ein gutes Beispiel für die Klasse des neuen Sängers Jean-Pierre Abboud, denn vergleicht man die Albumversion des Songs mit der Version aus dem Jahr 2015, dann klingt der Gesang zwar nicht unähnlich, es steckt aber einfach nochmal eine weitere Schippe Leidenschaft drin. Interessantes Detail hierzu: der Song erschien damals auf einer Split mit der Band FUNERAL CIRCLE, bei denen Abboud zu dieser Zeit aktiv war. Das nun folgende Song-Triple kann getrost als epischer Hattrick bezeichnet werden (die Songs sind etwas doomiger und erinnern an SOLSTICE und DOOMSWORD) und macht damit die zweite Albumhälfte um ein gutes Stück konsequenter als die noch etwas ungerichtete erste Hälfte.

Liest man obenstehendes Namedropping, könnte man schnell meinen, GATEKEEPER wären nur gute Nachahmer. Das stimmt so natürlich nicht. Das können sie zwar ganz gut (was auch die exklusiv auf der CD-Version enthaltenen Coversongs von OMEN und SAVATAGE zeigen), aber sie bringen auch ihre ganz eigene Note in das Genre mit ein. So treten sie trotz aller Epik nur selten zu sehr auf die Bremse und die Gitarrenarbeit ist für das Genre teilweise recht ungewöhnlich und somit eigenständig. Manchmal meint man sogar ein wenig frühe BLIND GUARDIAN herauszuhören, was nicht allzu weit hergeholt wäre, spielen doch immerhin drei von fünf Bandmitgliedern in einer entsprechenden Tribute-Band.

Nicht genug betonen kann man die Klasse von Jean-Pierre Abboud, der nicht nur an Eric Adams (MANOWAR) zu erinnern weiß, sondern gleichzeitig auch eine gewisse Kauzigkeit mit einbringt, die dafür sorgt, dass GATEKEEPER ein sympathischer Underground-Charme anhaftet. Diese Band mag nicht immer perfekt klingen, zeigt aber Leidenschaft an allen Ecken und Enden.

Als Manko des Albums muss jedoch zum einen seine Produktion angeführt werden, denn diese hätte durchaus ausgewogener sein dürfen, geht doch vor allem die Rhythmusfraktion im Klangbild zu sehr unter. Auch hätte ich mir, passend zur Epik, etwas mehr Druck erwartet. Zum anderen merkt man dem Album an, dass die Songs aus unterschiedlichen Phasen der Band stammen, wodurch „East of Sun“ nicht immer wie aus einem Guss wirkt. Aber das wird sich dann mit dem nächsten Album sicherlich von alleine ergeben.

Schultert die Streitäxte, sattelt die Schlachtrösser und zieht zu den Klängen von „East of Sun“ in ein episches Abenteuer!



Band Gatekeeper
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