Exist – Get Your Own (EP, Review)

Review veröffentlich am 15.06.2018 – 0 Kommentare
Cover Exist Get Your Own

Stil: Bay Area Thrash Metal
Ähnliche Bands: Mantic Ritual (R.I.P.), Havok, Cauldron

Veröffentlichungsdatum: 22.02.2017
Label: Eigenproduktion
Gesamtlänge: 26:26


Wusstet ihr, dass San Francisco neuerdings an der polnischen Weichsel liegt? Ich auch nicht, aber muss wohl so sein, denn was die polnischen Jungspunde von EXIST hier als erstes musikalisches Lebenszeichen von sich geben, ist purer Bay Area Sound!

Die spanischen Flamenco-Gitarren zu Beginn des Titeltracks „Get Your Own“ lassen dies zwar noch nicht vermuten, und kurz wägt man sich gar im falschen Film, doch nach rund eineinhalb Minuten ist dann schon klarer wohin die Reise gehen soll, auch wenn sich die Band noch eine weitere Minute gönnt, bis sie so richtig loslegt. Wie schon erwähnt, ist das Ziel dieser Reise die Bay Area, und zwar zu ihrer metallischen Glanzzeit. Diesen Eindruck erwecken EXIST auf ihrer EP dank eines funktionierenden Gesamtpaketes aus Songs, Produktion, Cover und unüberhörbarem Talent.

Bleiben wir aber erstmal bei den Songs. Sobald „Get Your Own“ Fahrt aufgenommen hat, und auch die angepissten und leicht gekeiften Vocals dazu kommen, fallen mir direkt Vergleiche mit den Größen der Bay Area ein. Natürlich sollte man eine Band nicht nur über ihre Vorbilder definieren, aber bei einem Newcomer sind qualitative Parallelen zu MEGADETH, DEATH ANGEL, HEATHEN und METALLICA sicherlich erwähnenswert. Sein Instrument beherrscht jeder der vier Jungs, doch vor allem die Soli sind auf einem verdammt hohen Niveau, was vermutlich auch der Grund dafür sein dürfte, warum wir pro Song gleich mehrere davon spendiert bekommen. Das macht die ohnehin schon kurzweiligen Songs noch abwechslungsreicher. Zu diesem Abwechslungsreichtum tragen neben dem differenzierten aber nie zu technischen Drumming auch die Querverweise zu traditionellem Heavy Metal bei, die sich vor allem in den galoppierenden IRON MAIDEN Ehrenbezeugungen manifestieren. Glücklicherweise legen EXIST mehr Wert auf Melodien und Strukturen, als auf reines Gedresche.

Positiv hervorheben muss man auch die Produktion dieser Demo-EP, denn die klingt sowohl nach echtem Studio, als auch nach tiefsten Achtzigern. Die Drums klingen organisch, die Gitarren haben METALLICA-Feeling und der Bass ist durchgehend hörbar, was ja leider in der Geschichte des Thrash Metals oftmals so nicht der Fall war. Das Cover der EP erinnert an Ed Repkas Arbeit für „Spiritual Healing“ von DEATH, zumindest was die Auswahl der Farben betrifft. DEATH spielten zwar das falsche Genre für einen treffenden Vergleich, doch da Herr Repka gefühlt jedes zweite Thrash-Cover zeichnet, schließt sich der Kreis wieder.

Neu erfunden wird auf „Get Your Own“ wenig bis gar nichts, aber Thrash Metal muss heutzutage auch keine Preise mehr für Originalität gewinnen oder sich auf Teufel komm raus neu erfinden. Doch warum sollte man dann, angesichts der Masse an ständig neu erscheinenden Demos, gerade diesem seine ungeteilte Aufmerksamkeit widmen? Ganz einfach deshalb, weil EXIST verdammt talentiert sind und wir hoffentlich in Zukunft noch einiges von ihnen hören werden!

Nehmt euch den Titel der EP zu Herzen, und schreibt der Band, um euer eigenes Exemplar zu bestellen.



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