Die besten Black Metal Alben des Jahres 2018

Artikel veröffentlich am 10.02.2019 – 0 Kommentare
Best of the Beast 2018 Black Metal

Wir alle erleben da draußen derzeit eine mitunter sehr offensichtliche Abkehr von eigentlich selbstverständlichen moralischen Werten und Regeln des menschlichen Miteinanders. Da passt es leider sehr gut ins Bild, dass ich auch im letzten Jahr wieder einige Black Metal Bands von meiner Einkaufsliste streichen musste, sobald ich mich näher mit deren Inhalten befasst hatte. Versteht mich nicht falsch, ein gefährliches und unangepasstes Auftreten gehört gerade in diesem Genre einfach dazu, aber spätestens bei rassistischen Inhalten hört der Spaß dann auf. Doch natürlich besteht die Szene, ihrem Ruf zum Trotz, zum größten Teil aus menschlich korrekten Bands, und die Wahl auf nur zehn von ihnen, fiel mir extrem schwer.

Hier also meine zehn unbedenklichen Black Metal Jahreshighlights 2018 in alphabetischer Reihenfolge:


Arthedain – Infernal Cadence of the Desolate

Das Debütalbum der Tschechen ist ein Grenzgänger aus atmosphärischem Black Metal und melodischem Death Metal, das abgesehen vom Bandnamen leider keinen weiteren Bezug zu Tolkiens Werken hat. Stattdessen handeln die Texte vom langsamen Verfall an den Wahnsinn, was im Gegensatz zu den glücklicherweise sehr gut durchstrukturierten Songs steht.

Cover Arthedain Infernal Cadence of the Desolate


Firtan – Okeanos

Eine in Hörbuchqualität gesprochene Passage aus Schillers „Der Taucher“ dient FIRTAN als Eröffnung für ihr progressives Pagan Black Metal Hörerlebnis. Der maritim-philosophische textuelle Überbau wird von einem mitreißenden Abwechslungsreichtum aus harschem Black Metal, ruhigen Akkustikpassagen und Melodic Death Metal Elementen gestützt.

Cover Firtan Okeanos


Immortal – Northern Chaos Gods

Auch ohne Blashyrkh-Emigrant Abbath ist das neunte Album der Norweger wieder mal ein Lehrstück in Sachen traditionellem Black Metal geworden. Ungestüm, episch und neun Jahre nach der letzten Veröffentlichung noch immer mehr als konkurrenzfähig. Muss man noch mehr Worte über diese Legende verlieren? Allerhöchstens noch diese: BLACK METAL ALBUM DES JAHRES!

Cover Immortal Northern Chaos Gods

Auf YouTube in den Song „Mighty Ravendark“ von IMMORTAL reinhören


Mantar – The Modern Art of Setting Ablaze

Das sympathische Duo aus Bremen erfindet sich auf seinem dritten Album nicht neu, fügt aber den liebgewonnenen Trademarks viel Neues hinzu. Dies schlägt sich in klassischer strukturierten Songs und einem Plus an Atmosphäre nieder. Doch trotz aller stilistischen Vielfalt, ist das was die Bremer hier abliefern, immer noch schön primitiv.

Cover Mantar The Modern Art of Setting Ablaze


Master’s Hammer – Fascinator

Danke, Ride Into Glory! Durch euer Review zum Debütalbum der Tschechen aus dem Jahre 1991, bin ich, quasi in letzter Minute bevor diese Liste fertig wurde, auch auf deren aktuelles Album aufmerksam geworden. Die irritierende Faszination, die von diesem obskuren Werk ausgeht, ist so schwer in Worte zu fassen, dass ich eigentlich nur jedem empfehlen kann, einfach mal selber reinzuhören. Es lohnt sich! Versprochen!

Cover Masters Hammer Fascinator


Noctem Aeternus – Winter Spells

Das argentinische Ein-Mann-Projekt legt hier ein beeindruckendes Debütalbum vor, das den Geist der skandinavischen Originale der Neunziger atmet. Vertont werden schneeverhangene Berge und klirrende Eiseskälte, nicht zuletzt mithilfe atmosphärischer Keyboards und entrückter Ambientsounds.

Cover Noctem Aeternus Winter Spells


Slaegt – The Wheel

Schon im letzten Jahr waren die jungen Dänen mit ihrem Debütalbum in meinen Jahreshighlights vertreten. Auch das in kürzester Zeit nachgeschobene Zweitwerk weiß wieder auf ganzer Linie zu überzeugen, bietet es doch erneut eine gelungene Mischung aus Black Metal und klassischem Heavy Metal. Darüber hinaus scheint der Erfolg des Debüts die Band noch weiter darin bestärkt zu haben zu experimentieren und sich in noch ungewöhnlichere Gefilde zu wagen.

Cover Slaegt The Wheel


The Spirit – Sounds from the Vortex

Beim Blick auf das Label sollte man sich keineswegs abschrecken lassen, denn auch wenn das (streng genommen bereits im Jahr zuvor erschienene) Debütalbum der Saarländer beim Branchenprimus aus Donzdorf neu aufgelegt wurde, ist man hier weit von einer glattgebügelten Produktion oder verkommerzialisiertem Songwriting entfernt. Die großen Vorbilder sind ganz offensichtlich DISSECTION, aber man findet hier auch viel SATYRICON wieder. Und damit ist eigentlich auch schon alles gesagt, was der geneigte Hörer wissen muss.

Cover The Spirit Sounds from the Vortex

Auf YouTube in den Song „The Clouds of Damnation“ von THE SPIRIT reinhören


Uada – Cult of a Dying Sun

Die maskierte Band aus den USA hat mich vom Fleck weg überrascht und begeistert. Ein eigentlich typisch schwedisches Melodieverständnis, Doppel-Leads, hier und da etwas Post-Punk, variables Keifen und Growlen, Abwechslungsreichtum und moderner doch zugleich traditioneller Black Metal – all das findet man auf diesem Album und entdeckt bei jedem Durchlauf eine weitere Nuance.

Cover Uada Cult of a Dying Sun


Verheerer – Maltrér

Die Flensburger Band zeigt den Verfechtern der wahren Black Metal Lehre den experimentellen Mittelfinger, ohne dabei auch nur ansatzweise Gefahr zu laufen als untrve abgestempelt zu werden. Ein sehr abwechslungsreiches und traditionelles Album zugleich, voller einfallsreicher Ideen und überraschender Momente.


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